Dein Körper hat seinen eigenen Willen
Du glaubst, du triffst deine eigenen Entscheidungen? Dann erklär dir, warum du Dinge sagst, die du später bereust.
Viele von uns kennen den Satz:
„Du bist nicht dein Körper.“
Im Kontext der Akasha-Interviews trifft das nicht nur zu, sondern es geht noch deutlich weiter.
Dein Körper gehört nicht zu deinem bewussten Ich, auch wenn ihr für die Dauer deines Lebens eine enge Gemeinschaft bildet.
Dein Körper ist kein passives Werkzeug. Er ist ein eigenständiges Wesen mit einem eigenen Bewusstsein und Willen. Und dieses Wesen initiiert fortlaufend Prozesse und kann dein bewusstes Ich in bestimmten Momenten kurzfristig überlagern, sodass es dein Leben steuert.
In einem vorherigen Artikel zum Tod habe ich bereits darauf hingewiesen, dass das Bewusstsein eines Menschen von seinem Körper maßgeblich beeinflusst wird. Diese Beeinflussung endet mit dem Tod. In diesem Artikel werde ich nun die Beeinflussung des Körpers weiter vertiefen, so, wie es die Informationen der Akasha-Interviews beschreiben.
Zwei Wesen in einem Körper
Dein Körper reagiert schneller, als dein bewusstes Ich es erfassen kann. Er trifft Entscheidungen, startet Reaktionen und erzeugt Gedankenimpulse, noch bevor dir überhaupt klar wird, dass etwas geschieht. Dabei greift er auf Mechanismen zurück, die dich glauben lassen, es wäre dein eigener Wille.
Doch bei genauer Beobachtung zeigt sich etwas Entscheidendes:
Du denkst nicht alles, was du glaubst zu denken und entscheidest nicht alles, was du tust.
Ein großer Teil dessen, was du denkst, fühlst und tust, wird vom Körper initiiert und deinem bewussten Ich erst danach zugänglich gemacht.
Wenn der Körper ein eigenständiges Wesen ist, warum ist dir das nicht bewusst? Weil es keine Notwendigkeit gibt, dich darüber zu informieren. Denn der Körper ist keine moralische Instanz, er bewertet nicht nach Menschlichkeit. Er folgt nur seiner Funktion.
Der Rahmen deiner Existenz
Als Mensch sollst du wie ein Mensch leben, wie ein Mensch denken und handeln, und nicht wie etwa eine Giraffe. Das ist kein Vergleich, sondern eine Einschränkung. Dein Körper setzt den Rahmen dessen, was für dich überhaupt möglich ist. Er bestimmt nicht nur, wie du reagierst, sondern auch, was für dich als Reaktion überhaupt denkbar ist. Deswegen unterscheiden sich die Funktionen des Körpers einer Giraffe von dem eines Menschen.
Der Körper soll dem bewussten Ich im Menschen glauben lassen, es sei in jeder Situation selbst der Handelnde. Diese Wahrnehmung ist notwendig, damit das Zusammenspiel zwischen bewusstem Ich und Körper stabil funktioniert.
Die Illusion von Kontrolle ist kein Fehler, sondern eine Voraussetzung für das leibliche Leben.
Der Körper als Steuerungssystem
Man könnte das System des Körpers mit einem Auto vergleichen, das ein Notfallprogramm startet, weil es ein Hindernis erkennt und automatisch bremst.
Dein bewusstes Ich ist nicht der vollständige „Fahrer“. Du als bewusstes Ich triffst Entscheidungen innerhalb deiner Wahrnehmung, während ein Hintergrundsystem parallel Abläufe anstößt und ausführt. Im Hintergrund werden Reaktionen vorbereitet, Prozesse gesteuert und Verhaltensmuster gestartet. Dieses System des Körpers ist so geschickt dabei, dass du glaubst, du selbst würdest alles kontrollieren.
Das Ego – wenn das System priorisiert
Ein zentraler Bestandteil dieses Systems ist das Ego des Menschen. Es funktioniert wie ein Unterprogramm, das immer dann aktiv wird, wenn es notwendig erscheint. Dieses Ego ist kein eigenständiges System, sondern eine spezialisierte Funktion innerhalb des Körpersystems, die in bestimmten Situationen priorisiert arbeitet.
Das Ego denkt nicht, es priorisiert. Besonders in zwei Situationen:
wenn der Körper oder seine Bedürfnisse in Gefahr geraten
wenn der gesellschaftliche Status bedroht wird
Das Ego reagiert schnell, direkt und oft kompromisslos. Es erzeugt Gedanken, Emotionen und körperliche Reaktionen. Und all das erscheint dir wie dein eigener Wille. Doch in Wirklichkeit handelt es sich um automatisierte, vom Körpersystem priorisierte Prozesse.
Da dieses sogenannte Unterprogramm des Egos bei allen Menschen zuerst die gleiche Programmierung aufweist, gleichen sich auch viele egoistische Verhaltensweisen.
Manipulation im Alltag
Die Einflussnahme des Körpers ist subtil und deshalb so unheimlich wirkungsvoll. Sie zeigt sich als plötzliche Eingebungen, emotionale Reaktionen und scheinbar logische Gedankengänge. Was du als spontanen Gedanken wahrnimmst, ist oft ein bereits gestarteter Prozess.
In Ausnahmesituationen kann es sogar dazu kommen, dass dein bewusstes Ich kurzfristig in den Hintergrund gedrängt wird. Du wirst zum Beobachter der eigenen Handlung und bemerkst es nicht einmal. Erst danach übernimmst du wieder die Kontrolle, oft ohne zu erkennen, warum die Situation gerade eskaliert ist.
Und genau das bringt uns zum eigentlichen Punkt in diesem Artikel.
Der Körper zwingt dich zur Entwicklung
Dein Körper startet nicht nur Reaktionen, er bringt dich in Situationen, die du dann bewältigen musst. Er konfrontiert dich mit Herausforderungen, denen du dich nicht entziehen kannst.
Warum? Nicht weil dein Körper ein bewusstes Ziel verfolgt, sondern weil seine automatisierten Reaktionen Situationen erzeugen, aus denen für das bewusste Ich Entwicklung entstehen kann. Dein Körper stößt eine Reaktion an, zwingt dich in die Auseinandersetzung und überlässt dir dann den weiteren Verlauf. Du wirst hineingedrängt und das nicht aus Zufall, sondern als Teil eines Prozesses.
Wenn dich eine Situation emotional überfordert, läuft oft ein bekanntes Muster ab:
Der Körper erkennt die Situation
Er startet eine automatische Reaktion
Dein bewusstes Ich wird kurzfristig überlagert
Die Situation eskaliert oder intensiviert sich
Dieses wiederkehrende Muster beschreibt einen Mechanismus aus Auslösung, Reaktion, Überlagerung und anschließender Rückkehr des bewussten Ichs. Das Entscheidende dabei ist nicht die Reaktion, sondern dass du ihr nicht entkommen kannst. Genau darin liegt der Schlüssel. Denn du kannst dich der Situation nicht mehr entziehen. Und dadurch entsteht die Möglichkeit zur Erkenntnis.
Eine Erkenntnis tritt dann ein, wenn du meinst, etwas Tiefgründiges verstanden zu haben. Doch entscheidend ist nicht das Gefühl von Verständnis. In diesem Sinne bedeutet Erkenntnis, dass sich dein zukünftiges Verhalten in ähnlichen Situationen verändert.
Wenn du eine eskalierte Situation später reflektierst, könnte dir dein Verhalten – das vom Körper gestartet wurde – unmenschlich und nicht verhältnismäßig vorkommen. Dann hast du nicht nur verstanden, was passiert ist. Du hast die Struktur dahinter erkannt. Und genau dadurch wird Veränderung möglich. Damit programmierst du die automatisierten Verhaltensmuster neu.
Programmierung und Veränderung
Viele deiner Reaktionen sind im Körper gespeichert. Sie entstanden durch frühere Erfahrungen, entstehen durch wiederholte Muster oder sind von Anfang an vorhanden. Doch sie sind nicht unveränderlich. Wenn du erkennst, warum eine Reaktion entsteht, wie sie abläuft und was sie auslöst, kannst du beginnen, bewusst gegenzusteuern. Wiederholst du diesen Prozess, verändert sich dein Verhalten. Dein Körper passt sich an. Programme werden abgeschwächt oder überschrieben.
Der Körper lernt nicht im klassischen Sinne durch Reflexion, sondern gleicht durch wiederholte Verhaltensweisen seine automatischen Reaktionen an. Das zeigt sich bestenfalls in einer immer gelasseneren Grundstimmung. Du wirkst ruhig und weise, weil dich die automatischen Prozesse nicht mehr überraschen und beeinflussen können. Es kann vorkommen, aber dein allgemeines Verhalten unterbindet viele unverhältnismäßige Reaktionen.
Bewusste und unbewusste Handlungen
Unbewusst: Der Körper führt, du reagierst. Eskalationen werden ausgelebt.
Bewusst: Du erkennst die Mechanismen und beeinflusst den Ablauf, bevor es eskalieren kann.
Je bewusster du wirst, desto weniger Kontrolle hat das automatische System deines Körpers über dich.
Konntest du dir einen guten Überblick über die menschlichen Verhaltensweisen aneignen, weil du viele Situationen selbst erlebt und bei anderen beobachtet hast, wird dir auffallen, dass sie oftmals einem ähnlichen Muster folgen. Diese Muster sind Ausdruck der zugrunde liegenden Funktionsweise des Körpersystems und nicht ausschließlich individuelle Entscheidungen des bewussten Ichs. Und genau darin ist der Wille des Körpers zu erkennen.
Die stille Zusammenarbeit
Du als Mensch lebst in einer permanenten Wechselwirkung mit deinem Körper. Dein Verhalten entsteht aus einem Zusammenspiel von bewusster Wahrnehmung, körperlichen Impulsen und automatisierten Programmen. Du bist nicht allein der Entscheider, aber du bist auch nicht machtlos. Erkennst du die Muster im menschlichen Miteinander und reflektierst dein eigenes Verhalten, kannst du auch einfacher dagegen steuern.
Schlussgedanke
Der Körper ist kein passives Werkzeug. Er ist ein eigenständiges System, das dich lenkt, beeinflusst und formt. Er drängt dich in Situationen, startet Reaktionen und zwingt dich zur Auseinandersetzung. Und genau darin liegt seine Funktion.
Er führt dich in und durch Erfahrungen, die dich verändern können. Konntest du dein allgemeines Vorgehen positiv verändern, ändert sich auch das Verhalten des Körpers. Deswegen muss niemand gegen seinen Körper kämpfen oder ihm blind folgen. Stattdessen können wir bewusst koexistieren und einander bereichern.
Denn am Ende entsteht daraus etwas Entscheidendes: die Fähigkeit, nicht nur zu reagieren, sondern bewusst zu handeln.
Der Tod entlässt deine Bewusstseine vom Körper, sodass ihr wieder getrennte Wege gehen könnt. Aber während des Lebens konntest du durch die Beeinflussung des Körpers dein allgemeines Vorgehen ändern, was einer „Wesensänderung“ deines Bewusstseins gleichkommt, und genau darin liegt laut den Akasha-Interviews auch der Sinn des Lebens.
Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit
Frank Hafer
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Herzlichen Dank für die passende Zusammenfassung. Ich lese Deine Texte immer wieder gerne und mache mir dann meine eigenen Gedanken, oftmals mehr als mir lieb ist. Bis zum nächsten Mal !!!! Daaaanke....
Wow, der Beitrag bewegt mich sehr. Da komme ich gleich zum Thema Empfindungen, Gefühle, Emotionen und zu all dem worüber ich nur vom Hören - Sagen weiß. Hab mich gleich in die Materie reingeworfen und wenn man sich da den derzeitigen Stand der Wissenschaft ansieht, dann stelle ich fest, dass ich hier vor einem riesen Erwiterung des Feldes zur Selbsterkundung stehe.
Wer weiß denn so ganz bewusst, wie sich Angst von den Empfindungen her genau anfühlt und kann das auch ausdrücken - oder wie stark die Sozialisierung und das kulturelle Umfeld in die Versprachlichung der Empfindungen = die Benennung der Gefühle einwirkt.
Welche Emotionen dann daraus entstehen, haben wir uns vielleicht noch gar nicht angesehen.
Wer sind wir eigentlich?
Was treibt uns?
Was hat uns zu dem gemacht, was wir sind?
Fragen über Fragen ...
Es bleibt spannend.
Ein kluger Mensch hat mal gesagt, einfacher wird's nicht 😅😅😇.